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Pressemitteilung:

Butzbach, 04. Juli 2018

Happening für Demokratie, Frieden und Toleranz

Gegenveranstaltung zur AfD-Infoveranstaltung im Park
Ein „Happening für die Freiheit, für die Demokratie und das friedliche Miteinander, Gastfreundschaft und Nächstenliebe“, so brachte es ein Teilnehmer auf dem Nachbardorf auf eine zutreffende Formel, was da fast spontan am letzten Donnerstag im Ostheimer Dorfpark geschah.
Allen, denen es ein Anliegen war, dass nicht die Themen und die Wertvorstellungen der AfD unsere zukünftige Gesellschaft bestimmen dürfen, dass die Problematik der Zuwanderung in menschlicher, (gast-)freundlicher Weise und so gelöst werden sollten, dass Demokratie und innere Freiheit in Deutschland hinterher erhalten bleibe, die folgten der „Buschtrommel“ und versammelten sich auf Einladung des „Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz“ und der SPD-Butzbach gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus, in dem die Landes-AfD unter Leitung ihres Vorsitzenden Klaus Herrmann zu eine Informationsveranstaltung über ihre Politik eingeladen hatte.

In milder Abendsonne, bei guter Musik und kühlen Getränken eröffnete Bündnissprecher Pfarrer Seesemann die Veranstaltung: „Man könne nicht schweigen, wenn eine kleine Partei versuche, mit Lügen und Diffamierungen die Gesellschaft zu verändern (…) Wir hier wollen keine Herrschaft des Unrechts, der Unfreiheit, (…) des Hasses und der Gewalt. Wir teilen auch die Menschen nicht ein in Menschen der 1., 2., 3. oder gar der 4. Klasse“, rief er den wenigen, vorbeistrebenden AfD-Besuchern laut zu. Er rezitierte aus dem Internet eine Reihe von Sätzen von AfD-Sympathisanten und fragte sich kopfschüttelnd „Was sind das nur für Menschen, die sich in so menschenverachtender Weise äußern?“ und schloss mit den Worten: “Wir sind hier um zu zeigen, welche Werte in unserer Gesellschaft besonders wichtig sind, um Demokratie und Toleranz zu bewahren und zu fördern.“

Auch (der ehemalige Ostheimer) Pfarrer William Thum und der Ehren-Ortsvorsteher und Ortschronist Friedel Werner (zu Ostheimer Zeiten scherzhaft „Don Camillo und Peppone“ genannt) ließen es sich nicht nehmen, in Mundart und in Dialogform Argumente von und dann gegen die AfD vorzutragen, die die Denkweise dieser Leute - nämlich deren Demokratiefeindlichkeit und Intoleranz -entlarven. Ein Beispiel sei hier herausgepickt wie Friedel Werner und William Thum dies (in wechselnden Rollen) vorbrachten: „Man misse sich aber doch wehre derfe, wenn so ville Mensche über de Grenz´ zu uns rin wolle.“ Gegenargument: „Aber net so weij de AfD. De AfD will en Schießbefehl an de deutsch Grenz´. Se sehe nit des Leid un de Schmerz der Schutzsuchenden nach der langen Flucht“ „Wenn aber kaa Platz mehr is fier so ville Leut“ „Gewalt statt Mitgefühl un die Leut´ einfoch widder vertreiwe is aach kei Lösung.“ (…usw…). Die vielen Teilnehmer der Veranstaltung, gerade auch jüngere Menschen, waren für diese Art des Widerstands gegen die AFD sehr aufgeschlossen und dankbar.

Auch Landtagskandidat Karl-Otto Waas sprach in seiner Funktion als Bezirksvorsitzender IG Bau Friedberg-Gelnhausen, dass man dem Gedankengut des Rechtspopulismus in den Gewerksschaftsreihen klar und frühzeitig begegnen müsse: Die Arbeiterschaft ist an vielen Stellen und in ihren Gefühlen hin und her gerissen, bestimmte Medien tun das ihre noch dazu um die Spannung zu verschärfen! Und die Einkommenssituation ist in den unteren Lohnschichten oft prekär, aber in den Gewerkschaftsverbänden würde ganz rechtes Gedankengut nicht geduldet. Wo dies auftrete – würden hieraus sofort Konsequenzen gezogen. „Wir Deutschen müssten eigentlich nur zu gut wissen, was passiert, wenn man sich nicht gegen die Anfänge erwehrt.“

Auch Manfred Kruschke, der die Leute für die SPD-Butzbach begrüßte, sprach vom „Virus Rechtspopulismus“, der in seinen Anfängen bekämpft werden müsse, und dass dieses Gauland-Wort vom „Vogelschiss“, über den die Geschichte schnell hinweggehe, hoffentlich allein diese Partei AfD beträfe.

Florian Gompf von den Wetterauer Juso-Vorstand betonte, dass man „Aufstehen müsse gegen den Rassismus“ und das man „die Parolen der AfD niemals unwidersprochen stehen lassen dürfe“ und dass es deshalb solcher schönen und friedlichen Veranstaltungen wie die Ostheim bräuchte, in der die Mehrheit der Gesellschaft zeigen könne, dass sie tatsächlich die weitaus große Mehrheit ist.

Zum Abschluss sprach Dieter Bahndorf, der Sprecher der Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ in Frankfurt, der klarmachte, dass es in der Politik, vor allem aber in der politischen Moral eine „Rote Linie“ gebe, die man nicht überschreiten dürfe, welche aber von der AfD ständig überschritten werde.

Festzuhalten ist auf jeden Fall: Es war eine gelungene „Graswurzel“-Veranstaltung, mit einer Stimmung fast wie in den 70er Jahren. Vom Netzwerk „Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz“ war das ganze demokratische Spektrum eingeladen worden und alle, die sich angesprochen und „gerufen“ fühlten, kamen in den schönen Ostheimer Dorfpark – in einer Anzahl, die zum Glück“ weitaus größer war als die Besucherzahl im Dorfgemeinschaftshauses.

Hubert Meyer

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