Unterschriftensammlung gegen die Zerschlagung der Butzbacher Schullandschaft mit gutem Erfolg gestartet.

Michael J. Mentz

Die am letzten Samstag in der Fußgängerzone begonnene Sammlung von Unterschriften für den Erhalt einer zukunftsfähigen Schullandschaft in Butzbach hat erwiesen, dass dieses Thema den Butzbacher Bürgerinnen und Bürgern sehr am Herzen liegt. Binnen zwei Stunden konnten ca. 300 Unterschriften gesammelt werden.

Da das Interesse der Butzbacher Bevölkerung an einer wohnortnahen und an den berechtigten Förderinteressen orientierte Beschulung offenkundig vernehmbar ist, wird die SPD Butzbach die Unterschriftenaktion in den nächsten Wochen ausweiten.

Neben dem Stand am Roßbrunnenplatz ist am nächsten Samstag ein Stand im Industriegebiet Ost geplant, um auch Bürgern der Nachbargemeinden z.B. Rockenberg und Gambach die Gelegenheit zu ihrer Willensbekundung zu ermöglichen. Wie der Butzbacher Zeitung zu entnehmen war, besteht insbesondere in Rockenberg das Bedürfnis nach einem wohnortnahen Schulangebot, das die Erreichung des Abiturs in neun Jahren ermöglicht. Auch die Rockenberger Eltern und Schüler verlangen wegen der schlechten Nahverkehrsanbindung nach Wölfersheim ein G9-Angebot in Butzbach.

In folgenden Geschäften in der Weiselerstrasse sind Unterschriftslisten ausgelegt: Spielwaren Duttine, Tabak Sauerstein und in der Teestube.

Die politisch Verantwortlichen in Wiesbaden und im Wetteraukreis müssen endlich zur Kenntnis nehmen, dass viele Butzbacher Eltern im Interesse ihrer Kinder einen neunjährigen Bildungsgang bis zum Abitur wohnortnah in Butzbach verlangen.
Schüler benötigen neben dem Lernen auch Gelegenheit für Sport oder Musik etc. in ihrer Freizeit. Der Verweis auf das G9-Angebot in Wölfersheim bietet hier keine Lösung. Die G9-Schüler aus Butzbach hätten dann durch die Entzerrung des Unterrichtsstoffes mehr Raum für eine strukturierte, Entwicklungsfördernde Freizeit.
Diese würde aber durch die längeren Fahrzeiten nach Wölfersheim mehr als aufgezehrt. Im Ergebnis wären die Butzbacher G9-Schüler häufig länger aus dem Haus als Arbeitnehmer.
Ein solches Angebot widerspricht den berechtigten Interessen der Butzbacher Schülerinnen und Schüler, erst recht, wenn diese schon in jungen Jahren diesem durch eine mangelhafte Schulorganisation bedingten Stress ausgesetzt würden.
Wohnortnahe Chancengleichheit und Fördergerechtigkeit sieht anders aus.

Alle Butzbacher Eltern, aber auch Schülerinnen und Schüler können durch ihre Unterschrift bekunden, dass sie die Missachtung des Elternwillens und der Förderinteressen der Schüler nicht widerstandslos hinzunehmen bereit sind.