Gewonnen hat der Bildungsstandort Butzbach

Michael J. Mentz

Wer in der letzten Woche aufmerksam die Berichte in der Butzbacher Zeitung zur Verabschiedung des Schulentwicklungsplanes(SEP) für den Wetteraukreises gelesen hat, der konnte feststellen, wie realitätsnah die Volksweisheit ist: „Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist immer ein Waisenkind.“

Die SPD Butzbach freut sich zuallererst darüber, dass durch den neuen Schulentwicklungsplan der Bildungsstandort Butzbach gestärkt worden ist.

Die neue IGS Schrenzerschule bildet im Verbund mit dem Weidig-Gymnasium und der Berufs- und Technikerschule einen Bildungscampus, der eine optimale und durchlässige Förderung aller Schülerinnen und Schüler ermöglicht.

Dies bedeutet einen wichtigen Standortfaktor bei der Weiterentwicklung unserer Stadt.

Der neue Schulentwicklungsplan bestimmt zum Bedauern der Butzbacher SPD allerdings auch, dass die Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg ( MPS ) ab sofort keine Schüler mehr in die Sekundarstufe aufnehmen darf. Da anders als in den Grundschulen, in denen die Schülerströme durch Schulamtsbezirke gelenkt werden, in den Sekundarschulen Schüler und Eltern frei entscheiden können, an welcher Schule sie sich anmelden, reichen die Anmeldungen an der MPS zu einer Weiterführung als Sekundarschule oder Mittelpunktschule leider nicht aus.

Die SPD Butzbach fordert und wird sich in den Gremien dafür einsetzen, dass am Standort Oberer Hüttenberg eine Grundschule mit Ganztagsbetreuungsangebot in Verbindung mit Kindergarten- und U 3 – Betreuung als wohnortnahe Schule mit Vernetzung zur frühkindlichen Förderung geschaffen wird.

Da im Kreishaushalt – wenn auch zur Zeit noch mit Sperrvermerk – die Mittel für eine Renovierung bzw. einen Neubau der MPS enthalten sind, stehen die Chancen gut, dass dieses Angebot zeitnah in einem zeitgemäßen, funktionalen Gebäude realisiert werden kann.

Die Stadtschule wird als weiterer Mittelstufenstandort ein gegliedertes Angebot weiterhin vorhalten können. Der Stadtschule ist damit eine Weiterentwicklung nicht gänzlich unmöglich.

In Butzbach stehen z. B. durch die anstehende Nutzung der Housing Area als neues Wohnbaugebiet (Vgl Bericht der BZ vom 3.3. :Wohnen am Limes ) grundlegende strukturelle Änderungen an. Sollten sich in Butzbach durch den Zuzug von Familien in dieses neue Stadtviertel und das vermehrte Verbleiben von Sekundarschülern in unserer Stadt die Anzahl von Sekundarschülern – mit der Folge der Notwendigkeit eines weiteren Angebotes – merklich erhöhen, sieht § 145 f. des Hessischen Schulgesetzes vor, dass spätestens nach 5 Jahren eine bedarfsorientierte Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes erfolgen soll.

Die SPD Butzbach wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgen, um frühzeitig die für die Sicherung einer angemessenen, vielfältigen und vernetzten Schullandschaft erforderlichen Schritte in die Wege zu leiten.

Die SPD Butzbach – so ihr Vorsitzender Michael J. Mentz – stellt also fest, dass trotz einiger unvermeidbarer, aber dennoch schmerzlicher Einschnitte die Butzbacher Schullandschaft gestärkt aus diesem Entscheidungsprozess hervorgegangen ist. Insbesondere wurde die für die Eltern und Schüler die gewünschte Klarheit für die Schulwahl herbeigeführt.

Die SPD Butzbach bedankt sich bei allen, die durch ihr Ziel führendes Handeln dazu beigetragen haben, dass unsere Stadt schon zum neuen Schuljahr ein attraktives Schulangebot mit G 9 vorhalten kann.

Besonders erwähnt seien hier die FDP Butzbach sowie die Fraktionen von SPD, Grünen, FDP und FWG im Kreistag, die die grundlegende Entscheidung vom 25. Februar herbeigeführt haben. Der für die Schulen zuständige Kreisbeigeordnete Betschel-Pflügel ( Grüne) hat den Beschluss des Kreistages noch am nächsten Tag persönlich in Wiesbaden übergeben. Die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) und der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Wetteraukreis, Wolfgang Patzak, aber auch unser Butzbacher Stadtverordneter Martin Holzfuß haben sich ebenso wie der Wetterauer Landrat Joachim Arnold und der Butzbacher Bürgermeister, Michael Merle zum Teil mehrfach persönlich bei Frau Kultusministerin Henzler für eine unverzügliche Inkraftsetzung des Schulentwicklungsplanes für Butzbach stark gemacht.

Diese parteiübergreifende Interessenwahrung für unsere Stadt Butzbach ist lobenswert und beispielhaft.

Dank gilt auch der Hessischen Kultusministerin, die schnell und gut entschieden hat.

Die SPD bedankt sich insbesondere bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die die Resolution “Gegen die Zerschlagung der Butzbacher Schullandschaft“ unterschrieben haben.

Ihr Bekenntnis, ihr zum Ausdruck gebrachter Elternwille haben entscheidenden Anteil daran gehabt, dass allen an der anstehenden Entscheidung über den SEP Beteiligten eindringlich klar wurde, dass die Willensbekundung der Eltern Respekt verdient.

Die SPD Butzbach wird sich schriftlich bei der Hessischen Kultusministerin für die zügige Inkraftsetzung des SEP bedanken und die Unterschriften beifügen.

Der o.g. Entscheidungsprozess belegt, dass Politik zu guten Ergebnissen kommen kann, wenn unter Zurückstellung von Einzelinteressen das Gemeinwohl im Auge behalten wird.

Dieses Politikverständnis werden wir in Butzbach in naher Zukunft noch häufiger benötigen, stehen doch mit der Hallenbadrenovierung, dem Projekt „Wohnen am Limes“ und der Bewahrung der dörflichen Identität in den Ortsteilen noch einige gewaltige Kommunalpolitische Kraftakte an.

Dies bedeutet, so Michael J. Mentz , nicht die Aufgabe der politischen Identität der einzelnen Parteien, sondern das Bewusstsein für die gemeinsame politische Verantwortung für unsere Stadt.

Ein diesbezüglich schlechtes Beispiel liefern gerade die Grünen, die die für die weitere Entwicklung der Kernstadt, aber auch der gesamten Stadt zentrale Frage der Umwandlung der Housing Area in ein Wohnviertel „Wohnen am Limes“ aus wahltaktischen Gründen schon schlecht reden, bevor die städtischen Gremien über diesen Sachverhalt abschließend beraten haben.

 

Michael J. Mentz

(Vorsitzender)