Neue Energien für Butzbach

Bürgermeister Michael Merle

Über die Chancen der heimatnahen Erzeugung erneuerbarer Energien diskutierte der Butzbacher Bürgermeister Michael Merle in einer gut besuchten Podiumsveranstaltung in der Wilhelmshöhe mit dem Wetterauer Landrat Joachim Arnold und Diethardt Stamm von der Mittelhessischen Energie Genossenschaft (MiEG eG).

Zu Beginn der Veranstaltung wies Diethardt Stamm auf die Bedeutung der Energiewende für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Kommunen hin und betonte, dass auch Butzbach in diesem Prozess die Chance habe, Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und zugleich die Wirtschaftskraft der Stadt zu stärken.
Stamm forderte eine über Lippenbekenntnisse hinausgehende gesamt gesell-schaftliche Anstrengung zur Verwirklichung der Energiewende ein. Der neue Landesentwicklungsplan müsse dazu im ausreichenden Maße die Energiegewinnung aus Windkraft, Photovoltaik und anderen erneuerbaren Energien ermöglichen.
Die MiEG setze dabei auf dezentrale Konzepte beim Ausbau der regenerativen Energien mit einer starken Rolle der Kommunen.

Der Butzbacher Bürgermeister Michael Merle begrüßte ausdrücklich die Rolle der Mittelhessischen Energie Genossenschaft bei der Energiewende.
Die MiEG eG wurde im April 2011, also unmittelbar nach der Atomkatastrophe von Fukushima gegründet. Sie habe inzwischen rund 240 Mitglieder, darunter zahlreiche Kommunen in der Wetterau und im Vogelsberg.

Auch etliche BürgermeisterInnen – unter ihnen auch Michael Merle – und Organisationen seien der Genossenschaft inzwischen beigetreten. Diese plane, finanziere, errichte, betreibe und unterhalte Anlagen, die nachhaltig Energie vor Ort produzieren. Diese Aktivitäten umfassen Photovoltaik- und solarthermische Anlagen, Windenergie, Biomasse sowie Energieberatung und Maßnahmen zur Energieeinsparung.
Das fördere die regionale Wertschöpfung und schafft Arbeitsplätze vor Ort. Darüber hinaus kommen die Gewinne und Steuereinnahmen den Bürgerinnen und Bürgern und Kommunen zugute.

Landrat Joachim Arnold erinnerte daran, dass die Wetterau mit der Oberhessischen Versorgungs AG (OVAG) über einen regionalen Energieversorger verfüge.
Gleichwohl müsse die beschleunigte Fortschreibung des Regionalplans für den Bereich der erneuerbaren Energien einen Schwerpunkt der Energiepolitik bilden.
Mit dem Teilplan Energie werde die planerische Grundlage für den forcierten Ausbau einer klimafreundlichen Energieversorgung geschaffen und der anhaltenden Verschleppung der Energiewende auf Landesebene und im Bund entgegengewirkt.
Joachim Arnold wies auf die von der Regionalversammlung Südhessen bereits beschlossenen Ziele hin, die u.a. die vollständige Umstellung der Stromproduktion auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2028 vorsehe.
Bei der Erreichung dieses anspruchvollen Zieles sollen dezentrale Lösungen Vorrang vor zentralen Großprojekten haben: „Wir unterstützen die Beteiligungen von Bürgerinnen und Bürgern an dezentralen Energieversorgungseinrichtungen und begrüßen ausdrücklich die Kommunalisierung der Energieversorgung einschließlich der Energieversorgungsnetze“ stellte Joachim Arnold abschließend fest.

In der anschließenden Aussprache wurde deutlich, dass entgegen anders lautender Bekundungen noch erhebliche Widerstände gegen die Energiewende bestehen, die es durch solide Arbeit und mit guten Argumenten zu überwinden gilt.
Zugleich bestand Einvernehmen, dass der Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien – aber auch der sparsamere Umgang mit ihnen – zu den gesellschaftlichen Aufgaben gehört, die unsere zukünftige Lebensqualität bestimmen wird. Den Kommunen wird dabei eine entscheidende Rolle zufallen.

Michael J. Mentz