Butzbach feiert in diesem Jahr Weidigs 225. Geburtstag

In diesem Jahr feiert Butzbach einen runden Geburtstag des Pfarrers und Freiheitskämpfers Friedrich Ludwig Weidig.
Deshalb finden „Begegnungen mit Weidig“ auch in zwei Kulturveranstaltungen der Stadt Butzbach ihren Niederschlag: Zum einen im Rahmen einer Ausstellung des Butzbacher Museums und zum anderen mit einer Theateraufführung.
Hier wird das Stück „Wenn es Rosen sind, werden sie blühen“ gezeigt, das in beeindruckender Weise Einblicke in die Geschichte Weidigs und Büchners frei nach dem Roman von Kasimir Edschmid „Georg Büchner – eine deutsche Revolution“ eröffnet.
Die Butzbacher SPD freut sich, dass es der Stadt Butzbach gelungen ist, die BüchnerBühne Riedstadt für diese Tourneevorstellung zu verpflichten.
In der Ankündigung heißt es hierzu:
„In der Gegenüberstellung des Dichters und Mediziners Georg Büchner und dem protestantischen Theologen Ludwig Weidig wird daran erinnert, dass Deutschland eine wirkliche Widerstandstradition mutiger Einzelgänger hat. Ausgangspunkt ist die »Hessische Verschwörung« von 1834, deren Manifest, Der Hessische Landbote, zu den einflussreichsten Dokumenten der Weltliteratur gehört. Verfolgung, Exil und Resistance, Flucht und Folter, politische Justiz und Geheimpolizei: Mächte und Schicksale, die auch das 21. Jahrhundert prägen, erscheinen bereits auf der Bühne des kleinen, zurückgebliebenen Feudalstaates der Ära Metternich. Mitten in der idyllischen Zeit des Biedermeier erklingt hier der Kampfruf: »Friede den Hütten! Krieg den Palästen!« – Doch beim Volk bleibt er noch lange ungehört …“
In einer packenden Inszenierung erleben die Zuschauer den tragisch gescheiterten Anlauf zu einer radikalen Erneuerung Deutschlands im absolutistischen Polizeistaat Hessen.

Für die Aufführung am 13.2.2016 um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Butzbach verlost die Butzbacher SPD 2 x 2 Eintrittskarten.
Teilnehmen an der Auslosung können alle, die die richtige Lösung auf die Frage einsenden: Zum wievielten Male jährt sich der Geburtstag Weidigs im Jahr 2016?
Die Lösung bitte über "Ihr direkter Draht zur SPD Butzbach" an uns senden. Einsendeschluss ist der 10. Februar 2016. Die Gewinner werden umgehend benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Karten sind auch Online über ADticket, bei der Butzbacher Zeitung und bei der Tourist-Info im Museum Butzbach erhältlich. Der Eintritt pro Person kostet 15.00 Euro im Vorkauf wie auch an der Abendkasse.

Geschichtlicher Hintergrund

Friedrich Ludwig Weidig – Pädagoge, Theologe, Demokrat und Freiheitskämpfer – wurde am 15. Februar 1791 in Oberkleen geboren. Im Alter von 12 Jahren zieht er mit seiner Familie nach Butzbach, wo er ab 1812 der Butzbacher Knabenschule als Konrektor vorsteht. Seine Schüler erzieht Weidig zu Toleranz und Respekt. Er formt sie zu mündigen, politisch denkenden Bürgern. Als „Staatsfeind“ und „Demagoge“ in einem autoritären Unterdrückungsstaat steht er unter ständiger Beobachtung durch die Polizeiorgane, wird mehrfach verhört und vorübergehend arrestiert, was ihn jedoch nicht hindert, seinen Kampf für Demokratie und Freiheit fortzusetzen.
Die zunehmende staatliche Überwachung zwingt ihn jedoch in den Untergrund. Weidig ist der Motor und Koordinator eines geheimen Zirkels von Oppositionellen in Oberhessen. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer illegaler Flugblätter, in denen er die Ungerechtigkeit des Systems anprangert und zum Widerstand aufruft. Die berühmteste sozial-revolutionäre Schrift – der Hessische Landbote – aus der Feder von Georg Büchner wird von Weidig redigiert und zum Druck gebracht. Durch den Verrat des Landboten-Projekts wird Weidig – zwischenzeitlich nach Obergleen im Vogelsberg strafversetzt – in Untersuchungshaft genommen. Nach zweijährigem Martyrium mit qualvollen Haftbedingungen nimmt Weidig sich am 23. Februar 1837 im Darmstädter Arresthaus das Leben. – Weidig prägt viele Butzbacher Schülergenerationen. Seinem Schülerkreis entstammen die engsten Mitverschworenen, die noch nach dem Tode Weidigs an seinen – bzw. ihren – demokratischen Grundsätzen festhalten. Viele geraten so ins Visier der Justiz, werden zu Kerkerhaft verurteilt oder müssen ins Ausland fliehen.
Erst 1848/49 – nach der Märzrevolution – können sich die Weidiganhänger, von denen die „Mehrzahl zu den bestgestählten Demokraten im Hessenlande“ gehört (Wilhelm Schulz, Mitglied des Paulskirchenparlaments), zu ihrer politischen Überzeugung bekennen.