Kunstrasenplatz – SPD Butzbach für eine nachhaltige umwelt-, klima- und gesundheitsunschädliche Sportplatz-Variante

Die Butzbacher SPD hat in ihrem Kommunalwahl-Programm 2016-2021 die Forderung nach einem Kunstrasenplatz festgelegt. Die Umsetzung wurde auch im Kooperationsvertrag festgeschrieben. Der Grundsatzbeschluss dazu wurde in der letzten Stadtverordnetenversammlung gefasst: Der Magistrat soll mit der Standortsuche beauftragt werden.

Mit einem Kunstrasenplatz können Vereine wetterunabhängig ihre Trainingsarbeit leisten. Geringere Sanierungs- und Folgekosten, Reduktion des Wartungsaufwands, verringerte Verletzungsgefahr von Spielern sowie ein optimaler Wasserablauf sind nur einige Vorteile, die für einen Kunstrasenplatz sprechen, erläutert SPD-Vorstandsmitglied Emre Türkmen.

Abgesehen von den technischen Vorteilen, wird die Ausbildung der Spieler, insbesondere der Kinder erheblich verbessert. Darüber hinaus sprechen auch Bauzeitvorteile für den Bau eines Kunstrasenplatzes. Insgesamt erhöht sich durch einen Kunstrasenplatz die Attraktivität der Anlage immens – ein Zuwachs an Neumitgliedern ist zu erwarten. Der neue Kunstrasenplatz stellt letztlich eine Investition in unsere Jugend dar.

Das Vorhaben verkörpert eine zusätzliche, alternative Spielstätte für alle Fußballvereine unserer Stadt. „Ein idealer Standort für das Bauvorhaben wäre ein Grundstück beim Aldi-Gelände“, betont Türkmen, Vorstandmitglied der SPD Butzbach. „Der Standort nahe der Autobahn ist optimal, da nicht nur die Verkehrsanbindung und die Verkehrsbelastung ausreichend Berücksichtigung finden, sondern auch genügend Platz für eine hochwertige Anlage mit Parkplätzen vorhanden wäre. Darüber hinaus ist der Standort zentral genug, um für alle umliegenden Vereine eine attraktive Spiel- und Trainingsstätte zu schaffen, die möglichst von allen Stadteilen aus leicht erreichbar ist.“

Ferner würden auch die einschlägigen Immissionsrichtwerte von Sportanlagen nach der Sportanlagenlärmschutzverordnung („SALVO“) eingehalten werden. Es liegt auf der Hand, dass die Nutzung in den Abendstunden und an den Wochenenden intensiver ist, als während der klassischen Schul- und Arbeitszeiten. Das Fußballspiel am Sonntagmorgen kann den ein oder anderen Nachbarn in seiner Ruhezeit stören – die Anwohner erwarten Rücksicht. Bei Sportanlagen in Wohngebieten prallen somit die Interessen von Vereinen und Sportlern einerseits und Anwohnern andererseits aufeinander. Der Bau des Kunstrasenplatzes im Gewerbegebiet würde zu einer angemessenen Lösung des Konfliktes zwischen dem Ruhebedürfnis von Anwohnern und dem Bedürfnis, in kind-und jugendgerechter Weise und mit alterstypischem Lärm einhergehend Sport zu treiben, beitragen.

Doch hat im März 2019 die Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) bei der Europäischen Kommission einen Vorschlag vorgelegt, nach dem die Verwendung von Produkten, denen bewusst Mikroplastik zugesetzt wird, deutlich eingeschränkt oder sogar verboten werden soll. Darunter fällt auch das als Füllstoff (Infil) verwendete Kunststoffgranulat für Kunststoffrasensysteme. Wind und Regen tragen dieses Mikroplastik von den Fußballplätzen in Flüsse, Seen und Meere.

Die EU-Kommisson hat die Europäische Chemiekalienagentur (ECHA) beauftragt, Maßnahmen zu entwickeln, den Einsatz von Mikroplastik zu verhindern. Die ECHA empfiehlt ein Verbot der winzigen Plastikpartikel, in Kraft treten soll es im Jahr 2022. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) habe das Thema Anfang Mai mit Vertretern von Sportämtern diskutiert. „Der DOSB geht davon aus, dass es Verbote geben wird“, wird der Wiesbadener Sportamtsleiter Karsten Schütze zitiert.

Vor dem Hintergrund der aktuellen EU-Diskussion setzt sich die SPD Butzbach für eine nachhaltige umwelt-, klima- und gesundheitsunschädliche Sportplatz-Variante ein. Wir müssen in Butzbach mithin sehr gut beraten, um nicht Gefahr zu laufen, einen Kunstplatz zu errichten, der in wenigen Jahren nicht mehr genutzt werden dürfe und für den dann hohe Sanierungskosten fällig werden. „Eine Alternative wäre, anstatt Kunststoffgranulat umweltfreundlichere Korkgranulat als Füllmaterial zu verwenden.“

Die SPD Butzbach ist sehr bemüht die bestmögliche Lösung für unsere Stadt und unsere Vereine im Einklang mit bevorstehenden, europäischen Rechtsvorschriften zu erarbeiten.

Emre Türkmen, SPD Butzbach Vorstand